„Impressum“ auf Englisch – endlich 3 RICHTIGE englische Übersetzungen

von Paul Jackson

Du stehst vor der Frage, wie das Wort „Impressum“ auf Englisch heißt? Entweder weil du gerade eine eigene Website erstellst oder deine bestehende Website ins Englische übersetzt?

Es wird schnell klar, dass dieses einzige Wort sich anscheinend nicht so einfach ins Englische übersetzen lässt. Es kommen verschiedene Übersetzungen vor, wovon einige, die häufig vorkommen, schlichtweg falsch sind.

In diesem Artikel gebe ich dir zunächst ein paar Hintergrundinfos und nachfolgend drei Optionen, damit du „Impressum“ auf Englisch richtig übersetzt. Ich zeig dir auch, welche häufig vorkommenden „Übersetzungen“ schlichtweg falsch sind.

„Impressum“ auf Englisch – Beispiele einiger falschen Übersetzungen

„Impressum“ auf Englisch – wie du das knifflige Wort bitte, bitte nicht übersetzt!

Was ist ein Impressum?

Im Internetrecht wird damit eine Pflicht gemeint, der die allermeisten Websites unterliegen. Es ist die Pflicht, Besucher*innen deiner Website gewisse Angaben zur*zum Websitebetreiber*in bereitzustellen, in Form einer Impressum-Seite.

Aber nicht nur Websites sind verpflichtet, ein Impressum zu veröffentlichen. Die Impressumspflicht gilt auch für Druckerzeugnisse wie Bücher, Zeitungen und Zeitschriften.

Wer benötigt eine Impressum-Seite?

Wer im Internet Dienste oder Produkte auf kommerzieller Basis anbietet, ist verpflichtet, auf ihrer bzw. seiner Website eine Impressum-Seite bereitzustellen.

Damit wird nicht nur Shops, Geschäfte und Dienstleister*innen im engeren Sinne gemeint, sondern alle, die hoffen, online Geld zu verdienen.

Wenn du deine Website rein privat betreibst, um zum Beispiel über deine Hobbys oder Haustiere zu schreiben, ist dir die Mühe, eine Impressum-Seite zu erstellen, höchstwahrscheinlich erspart. (Wobei das Thema kompliziert ist – und ich bin kein Anwalt!). Aber wer heutzutage betreibt eine reine private Website? So eine Website wäre ein Relikt aus den 1990er-/frühen 2000er-Jahren.

Und sobald du:

  • einen Affiliate-Link einbaust (um von Drittfirmen Provisionen zu erzielen, wenn Besucher*innen auf diese Links klicken und folglich bestellen),
  • Werbebanner einblendest,
  • Kooperationen mit Händler*innen oder Herstellern etc. eingehst,
  • sonstige Maßnahmen einführst, wodurch du hoffst, damit Geld zu verdienen,

benötigst du eine Impressum-Seite. Auch wenn du dadurch bisher keinen Cent verdient hast. Es ist die Absicht, Geld zu verdienen, die hier maßgeblich ist – ob es klappt oder nicht.

Die rechtliche Basis der Impressumspflicht

Die Information im Abschnitt oben bezieht sich auf die Situation in Deutschland. Hierzulande ist die Impressumspflicht durch § 5 des Telemediengesetzes (TMG) geregelt.

Die rechtliche Basis in andern deutschsprachigen Ländern

Ähnliche gesetzliche Regelungen gelten in anderen deutschsprachigen Ländern.

Besteht diese Impressumspflicht in Großbritannien oder in den USA?

Im Gegensatz du den oben genannten deutschsprachigen Ländern besteht in weder Großbritannien noch in den USA eine Impressumspflicht. (Da Englisch in vielen anderen Ländern gesprochen wird, schließe ich natürlich nicht aus, dass in irgendwelchen anderen Ländern eine ähnliche Pflicht besteht!)

Kommst du in diesen Ländern ganz ohne Kontaktinformation klar?

In meinem ursprünglichen Heimatland Großbritannien gibt es keine „Impressumspflicht“ an sich. Allerdings sind Firmen, andere Rechtspersonen und ggfs. andere doch verpflichtet, gewisse Information auf ihren Websites zu veröffentlichen. Bei Firmen beträgt das unter anderem die eingetragene Firmenadresse, Firmenregistrierungsnummer und Umsatzsteuer-ID, sofern vorhanden.

Diese Information findest du oft im Footer-Bereich der jeweiligen Website oder auf der Kontakt-Seite. Aber eine Impressumsseite wirst du vergeblich suchen!

Privatpersonen wie Blogger*innen oder Influencer*innen, die nichts direkt verkaufen, sondern etwas Geld über zum Beispiel Affiliate-Links verdienen, müssen ihre private Adresse nicht preisgeben.

In den USA ist die Lage wie die „Wilden Westen“. Eine Impressumspflicht würde aus US-Amerikanischer Sicht die freie Meinungsäußerung einschränken.

Warum ist das Wort „Impressum“ so schwierig zu übersetzen?

Da es in Großbritannien und in den USA keine Impressumspflicht gibt, besteht in diesen – und anderen – Ländern das Konzept eines Website-Impressums einfach nicht.

Kein Wunder, dass viele es mit diesem Wort so schwer haben.

Demgegenüber:

Das Konzept einer Katze kennt jede Person. Daher lässt sich das Wort einfach übersetzen:

  • die Katze (Deutsch)
  • the cat (Englisch)
  • de kat (Niederländisch)
  • le chat (Französisch)
  • etc.

Das ist wohl der Hauptgrund, warum viele dieses knifflige Wort falsch übersetzen, wenn sie englische Fassungen ihrer deutschen Websites erstellen.

Wenn Brit*innen (wie ich), US-Amerikaner*innen oder Leute aus vielen anderen Ländern Websites besuchen, erwarten wir keine Impressen – es sei denn, wir Deutsch können und bereits Kenntnisse über das Internetrecht der deutschsprachigen Länder haben.

Kulturelle Unterschiede

Was die Impressumspflicht betrifft, bestehen feste kulturelle Unterschiede zwischen Leuten aus den deutschsprachigen Ländern und die aus zum Beispiel GB oder den USA.

Das Website-Impressum aus deutscher Sicht

Die Leute hier haben sich an die Impressumspflicht gewöhnt.

Wer deutsche Websites, Blogs und Foren besucht, ließt Äußerungen wie: „Diese US-Amerikanische Website wirkt recht unseriös: Es besteht überhaupt kein Impressum!“ Vermutlich ohne zu wissen, dass in den USA ein Impressum weder benötigt noch erwartet wird.

Ein Website-Impressum aus britischer Sicht

Britische Websitebetreiber*innen sind oft schockiert, dass hier in Deutschland so was benötigt wird.

„Was?! Ich muss meine Adresse auf meiner Website veröffentlichen?! Aber da kann jede*r sie herausfinden!“

Vor allem Musiker*innen, Künstler*innen, Autor*innen, sonstige (anstehende) Promis oder andere, die in der Öffentlichkeit stehen.

Dass ein Musiker oder eine Autorin die eigene Adresse auf der Website veröffentlichen würde, ist komplett unvorstellbar.

Klar, solche Personen haben oft Manager*innen. Würde es da eine Impressumspflicht geben, könnte notfalls die Adresse des Managementbüros im Impressum stehen.

Aber es gibt viele Kreative, die auf ein gewisses Maß an Bekanntheit verfügen, aber ihre Sachen selbst regeln – ohne Management. Wer als Musiker – und vor allem als Musikerin – tätig ist, könnte dadurch Bösen ausgesetzt werden.

Meine Sichtweise

Ich wohne seit einigen Jahren in Deutschland, und als Folge habe ich mich zumindest einigermaßen „eingedeutscht“, auch wenn noch Luft nach oben besteht (die Sandalen-und-Socken-Kombination ist nichts für mich!).

Trotzdem nervt mich die Impressumspflicht noch. Es wäre mir lieber, wenn es keine gäbe. Nein, ich bin kein Betrüger! Aber selbst wenn ich einer wäre: Wer hinter einer Website steckt, lässt sich auf andere Weise ermitteln.

Wie erzeugst du ein Impressum für deine Website?

Das Thema Impressum kann ziemlich kompliziert sein. (Wie alles in Deutschland!) Auch die rechtlichen Meinungen in Bezug auf bestimmte Aspekte gehen auseinander bzw. sind noch nicht endgültig geklärt worden.

Falls du gerne weitere (verständliche!) rechtliche Information zum Thema hättest, wäre eRecht24 ein guter Ausgangspunkt dafür. Hier findest du auch ein Impressumsgenerator, das häufig verwendet wird. Auch von mir, mit Anpassungen.

Wie solltest du „Impressum“ definitiv NICHT ins Englische übersetzen?

Nach dem Geschwafel (sorry!) kommen wir zum eigentlichen Punkt des Artikels.

Vor allem zwei falsche Übersetzungen von „Impressum“ kommen häufig vor:

„Imprint“ ist FALSCH!

Eine falsche Übersetzung des Wortes „Impressum“, die du überall findest, ist „Imprint“. Ja, das Wort gibt es in der englischen Sprache, aber es hat eine andere Bedeutung. Eigentlich andere Bedeutungen.

Die Bedeutung, die dem deutschen „Impressum“ am nähesten kommt stammt aus dem Verlagswesen und verweist auf eine Seite am Anfang eines Buches, auf der Angaben zur Herausgeberin bzw. zum Herausgeber des Werkes stehen.

Es ist daher nicht schwierig zu erkennen, warum so viele Websitebetreiber*innen und Übersetzer*innen auf dieses Wort greifen, weil Herausgeberinfos in einem Buch und Herausgeberinfos auf einer Website nicht so weit voneinander stehen.

Allerdings ist diese Übersetzung des Wortes „Impressum“ trotzdem falsch. Mit „Imprint“ wird ausschließlich Drucksachen gemeint – keine Websites.

Die meisten Leute, die „Impressum“ als „Imprint“ übersetzen, sind vermutlich Webseitebetreiber*innen mit Muttersprache Deutsch, die ihre englischen Übersetzungen selbst fertigen. Höchstwahrscheinlich finden sie in einem Wörterbuch das Wort „Imprint“ und denken sich fälschlicherweise: „Hä! Geschafft! „Impressum“ auf Englisch sollte „Imprint“ heißen!“

„Masthead“ ist auch FALSCH!

Auch die falsche Übersetzung „Masthead“ hat nichts zu suchen. Auch dieser Begriff kommt aus dem Verlagswesen, und in diesem Fall wird der Titel einer Zeitung oder Zeitschrift gemeint. Zum Glück kommt diese falsche Übersetzung von „Impressum“ weniger vor.

So wie heißt denn „Impressum“ auf Englisch?

Weil für uns das Konzept eines Website-Impressums nicht besteht, lässt sich das Wort „Impressum“ nicht 1:1 ins Englische übersetzen.

Wir müssen das Wort umschreiben.

Welche Lösung du auswählst, hängt von der jeweiligen Situation bzw. deinen Präferenzen ab.

Schauen wir uns ein paar Möglichkeiten an:

Richtige Option 1: Legal notice

Eine richtige englische Übersetzung von „Impressum“, die häufig vorkommt, ist Legal notice. Hier ist der Name wirklich Programm!

Alternative: Site legal notice geht auch.

Ein möglicher Nachteil davon ist aber das „Legal notice“ etwas vorschreibend wirkt:

„Auf dieser Website darfst du nicht …“.

Noch ein Nachteil davon ist, es könnte so verstanden werden, als auf etwas Wichtiges hinzuweisen, das du unbedingt gut merken solltest:

„Diese Website wurde von dem FBI beschlagnahmt.“

Aber die meisten Impressum-Seiten werden nur diskret ganz unten gelinkt. Sie gehören nicht in der Hauptnavigation (auch, wenn manche Websitebetreiber*innen sie trotzdem ganz prominent da oben setzen).

Richtige Option 2: Company information

Noch eine gute Übersetzung von „Impressum“ ist Company information. Allerdings, wenn es sich wirklich um die Website einer Firma handelt. Diese Übersetzung passt nicht zu Freiberufler*innen oder Soloselbstständigen, weil sie keine Firmen sind.

Richtige Option 3: Site notice

„Impressum“ übersetze ich fast ausschließlich ins Englische als Site notice.

Wieso? Beim ersten Blick scheint diese Übersetzung weniger aussagekräftig zu sein als die anderen.

Wie oben erläutert erwarten Besucher*innen aus Großbritannien, den USA und anderen englischsprachigen Ländern keine solchen rechtlichen Hinweise auf Websites. Daher übersetze ich „Impressum” etwas freundlicher und gezielt weniger auffällig als „Site notice“.

Geschmacksache

Du hast also etwas Spielraum bei der Sache.

Ich werde natürlich nicht böse, wenn ich auf den englischen Fassungen von deutschsprachigen Websites die Übersetzung „Legal notice“ sehe. „Imprint“ oder „Masthead“ dagegen …!

Fazit

In diesem Artikel hast du gelernt, was ein Website-Impressum ist. Dazu habe ich dir drei Optionen gegeben, damit du das Wort Impressum endlich richtig ins Englische übersetzen kannst. Du hast auch gelernt, wie „Impressum“ auf Englisch definitiv nicht heißen sollte!

Hab ich weiteren möglichen englischen Übersetzungen von „Impressum“ vergessen? Lass mich es in den Kommentaren unten wissen!

Bilderquellen: Grafiken auf dieser Seite © Paul Jackson.

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